Neuer Blog: Gartenelfen

Liebe Freunde,

vor einem Monat habe ich mit meiner Freundin Maria einen neuen Blog eröffnet. Auf www.gartenelfen.de schreiben wir über  Natur, Ökologie, Gesundheit, Gärtnern und Netzwerken.  Mein Freund Peter von www.lachenmair.info half uns bei der Umsetzung der SeiteHier stelle ich auch meine neuen ökologischen Projekte vor, die ich neben unserer ökologischen Finca in Nicaragua auch in Deutschland aufbauen und unterstützen möchte. Ich wünsche mir, mein Wissen in weitere ökologische und soziale Projekte einzubringen uns somit ein Netzwerk zu schaffen. Meine Schwerpunktthemen sind: Nutzpflanzenvielfalt, Vernetzung, Saatguterhalt, Selbstversorgung, ökologische Waldgärten, tropische Landwirtschaft, Fairer Handel, Wirtschaftsethik, Social Media, Naturwahrnehmung, Kommunikation und Selbstentfaltung in Natur und Garten. 

Viel Spass beim Stöbern auf www.gartenelfen.de und natürlich freuen wir uns auch über Feedback und Kommentare!

Liebe Grüße, Martina

Herzliche Empfehlung von mir: Workcamp in Costa Rica

flyer san isidro

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Hamsterrad der Globalisierung – die Geschichte einer Näherin

Eine besondere, alltägliche Geschichte

Du erzählst gerne Geschichten?“ fragte mich mein Freund Jairo, der Kunst- und Musiklehrer vom Projekt Artepintura in ländlichen Gemeinden Nicaraguas. „Ja“ antwortete ich. „Vielleicht magst du einer Geschichte lauschen, die noch nicht viele Menschen ausserhalb Nicaraguas kennen. Eine Geschichte, die das Leben schreibt, erzählt von einer Frau, die in der „Zona Franca“ arbeitet, der Freihandelszone direkt neben unserer Gemeinde. Unser Projekt hatte schon öfters Besuch aus Nordamerika und oft haben sich die Besucher und Besucherinnen mit den Frauen zusammengesetzt und einfach nur ihrer Geschichte gelauscht. Den Frauen scheint es sehr gut zu tun, wenn sie sich jemanden ausserhalb der Gemeinde anvertrauen können. Ausserdem scheinen sie auf diese Weise ihre berechtigte Angst vor Ausländern zu verlieren, gewinnen somit Selbstvertrauen.“

Ein Gespräch im Garten

Das gefiel mir. Und somit bat ich Jairo, mir den Kontakt zu einer der Frauen herzustellen. Er lud Doña Mari Cruz ein. Nun sitzen wir also in seinem schönen Garten, zwischen Mangobäumen, Bananenstauden und Mandarinensträuchern. Die Hühner gackern und die Papageien kreischen, der Wind weht durch die Blätter. Die Frau, die mir gegenüber sitzt lächelt mich an und mit ihren leuchtenden Augen erzählt sie mir von ihrer Arbeit. Ihre Fröhlichkeit zeigt mir, wie sehr sie ihre Arbeit liebt, trotz Allem.
Ich begann in einer Zona Franca als ‚Auxiladora‘, als Nothelferin, das bedeutet, ich war dafür zuständig, die Maschinen der Näherinnen mit Stoffstücken, Eitiketten, Gummis, Fäden zu beliefern, damit sie nicht aufstehen mussten. Jede Reihe von 30 Frauen hatten die Aufgabe, 50.000 Stücke am Tag zu nähen. Ich musste all diese Stücke auf rechts drehen. Kannst du dir vorstellen, 50.000 Hemden am Tag auf Rechts zu drehen? Mein Rücken schmerzte sehr am Ende des Tages. Wir arbeiten von 7:45 bis 5 Uhr nachmittags, mittags geben sie uns 20 Minuten Pause.

Wir verdienen 120 Cordoba am Tag, das sind vier Euro. Überstunden zahlen sie gut, ein Euro pro Stunde, also hängten wir oft noch ein paar Stunden dran. Wenn gerade eine Eilbestellung anstand, arbeiteten wir sogar die Nacht durch und am nächsten Tag weiter um den Container mit Kleidern zu füllen. Wir beeilten uns, arbeiteten alle so schnell es ging, um endlich die Bestellung fertig zu bekommen. Um endlich nach Hause gehen zu können.“ Ich frage sie, ob sie nach so einem Marathon einen Tag frei bekommen. „Wir dürfen nach Hause, sobald die Bestellung fertig ist, doch am nächsten Tag geht die Arbeit wie gewohnt weiter.

Vom Regen in die Traufe

Diese Arbeit als Nothelferin war mir zu stressig, ich kündigte nach eineinhalb Jahren und begann in einer anderen Zone. Hier wurden wir für fertiges Stück bezahlt, direkt neben unserer Nähmaschine stand ein Computer, der unsere Effizienz berechnete. Wenn wir auf Toilette mussten, wurde die Effizienz herabgesetzt. Ich schaffte nie mehr als 85% Effizienz. Oft luden sie mich ins Büro ein und sagten, ich müsste endlich die 100% Effizienz schaffen. Diesen Druck hielt ich acht Monate aus, dann kündigte ich.

Kaffeearmut

Ich war also wieder zu Hause, ohne Essen, nichts zu kaufen für meine sechs Söhne. Wir zogen in den Norden, um Kaffee zu pflücken. Meine Kinder bei mir zog ich durch die Kaffeeplantagen, hielt Kälte aus und Hunger, versuchte so viel wie möglich zu pflücken, schaffte aber nur 3 Kisten am Tag. Jede Kiste wiegt ca. fünf Kilo und wird mit 16 Cordoba belohnt, 50 Cent. Davon konnte ich nicht leben.

Etikettentausch

Es war also wieder Zeit, meine Papiere zusammenzusuchen, für eine Bewerbung in der Zone brauchen wir ein polizeiliches Führungszeugnis, ein Empfehlungsschreiben, Fotos. Ich kehrte zur ersten Fabrik zurück, diesmal als Näherin. Hier arbeite ich nun seit fünf Jahren. Wir nähen Hosen und Hemden, oft Monate lang das gleiche Modell. Für jedes Land gibt es ein anderes Markenetikett, also je nachdem von wo die Bestellung ist. In Deutschland heisst die Hose anders als in USA, Panama oder Japan. Einmal ist mir in all der Eile ein Fehler unterlaufen, ich habe die falschen Etiketten angenäht. Mir fiel es nach 500 Hosen auf. Mein Chef hat mich übelst geschimpft, ich weiss jetzt noch, ich bin an der Nähmaschine zusammengebrochen und habe bitter geweint. Dann musste ich alle Nähte aufmachen, die Etiketten werden mit einer Doppelnaht in die Hose eingenäht, und alle 500 Stücke neu nähen.
Ohne Krankenversicherung
Drei mal ist es mir passiert, dass ich beim Nähen bewusstlos wurde, ich bin jedes Mal im Krankenhaus wieder aufgewacht. Mein Herz wurde mit der Zeit schwach und auch meine Lunge, ich nehme 200 Tabletten im Monat. Was ich kaum aushalte zur Zeit ist der Druck in meinem Hals durch die Stofffussel, denn gerade bearbeiten wir ein besonders faseriges Material mit vielen Fusseln. Durch meine Herzkrankheit kann ich keine Maske tragen und daher kann ich mich nicht davor schützen. Wenn ich morgens krank bin, geh ich trotzdem zur Arbeit, denn sonst bekomme ich den Tag nicht bezahlt. Ich habe zwar eine Krankenversicherung, doch diese deckt nur zwei Stunden Arztbesuch, nicht den Arbeitsausfall bei Krankheit.

Für die Kinder

Auch wenn ich wenig verdiene, ich möchte doch gerne arbeiten, um meinen Kindern etwas geben zu können. Ich bin sehr froh über das Kinderkunstprojekt in unserer Gemeinde, mein jüngerer Sohn ist sehr begeistert von den Unterrichtsstunden und seit dem auch motivierter in der Schule.

Ein Traum

Ich möchte meine Stelle kündigen und von der kleinen Abfindung, die man mir zahlen wird, eine Nähmaschine kaufen. Ich besitze bereits eine Nähmaschine, da muss nur ein Teil ersetzt werden. Dann möchte ich Kleidungsstücke nähen für die Menschen aus der Gemeinde. Einen Rock für die Freundin, so wie er ihr gefällt, eine Bluse taillieren, vielleicht etwas selbst entwerfen. Mein Sohn, der achtzehnjährige Dani erzählte mir einst von seinem Traum: Mama, sagte er mir, ich habe geträumt, von unserer Nähmaschine. Und da war ein grosser Tisch. Ich habe ein Kleid genäht, ein schönes Kleid. Es war blassrosa und hatte eine Kreuznaht mit Spitze. Der Rock war dreifaltig, wie ein Schnabel und besonders…“
Doña Mari Cruz erzählt mir alle Details vom Traumkleid ihres Sohnes, benutzt dabei allerhand Fachbegriffe, die glaub ich nicht mal auf deutsch verstehen würde und ihre Augen leuchten beim Erzählen. Dann sagt sie mir, dass Dani sicherlich erst dann Ruhe geben wird, wenn er dieses Kleid geschneidert hat und dass sie sich wünschen würde, mit ihm zusammen eine Schneiderei aufzumachen. Sie möchte noch ein bisschen weiter in der Zone arbeiten, um zu lernen, wie man Schnitte macht, wie ein Muster auf Papier gebracht wird. Solange, sagt sie, wird sie sich weiter opfern, um leben zu können.

Na klar

Viele meiner Leser werden unbewusst denken: ‚Na klar, das ist ja auch in einem armen Land, hier leben arme Menschen. Das ist normal für sie, so zu arbeiten.‘ Ich bin niemandem böse deswegen, es ist unsere Form zu denken, um all dies irgendwie rechtfertigen zu können. Ich habe auch so gedacht, häufig. Doch nun, nach fast zwei Jahren Leben unter den Menschen hier, wird mir buchstäblich bewusst: Nein. Für niemand ist es normal, so zu arbeiten. Diese Menschen besitzen die gleiche Würde, die gleichen Träume, die gleichen Bedürfnisse wie jeder Mensch auf der Welt und sollte auch die gleichen Rechte haben. Vielleicht erinnern sich meine Leser beim nächsten Kauf eines Kleidungsstücks an die Näherinnen, die es gefertigt haben, egal in welchem Land. Ich persönlich wünsche Doña Mari Cruz und ihrer Familie alles Gute auf ihrem Weg in die Selbständigkeit.

Artepintura

4to Concurso de Arte Infantil

4th Competition of Childrends Art

„Savamos nuestro Medio Ambiente – Let’s Save our Nature“

A wonderful exhibition at Cultural Center of Nandasmo, Nicaragua.

More than 300 children participated with paintings and storys about Nature. Friday, 26. October.

A colourful presentation with traditional dances, a choir of flutes, japaneese dancing, recycling art and presentation of the best story. Emontional Moments with happy children recieiving their congratulations and enjoying this special party of their own.

More about artepintura: http://pinturainfantil.wordpress.com

 

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Von der Erde durchgeschaukelt

Es war ein gemütlicher Morgen nach ereignisreichen Tagen, Henry und ich lagen im Bett, das, seitdem wir Gäste hatten, immer noch die Matratze auf dem Boden ist. Wir unterhielten uns über ein paar Unstimmigkeiten zwischen uns in den letzten Tage, ruhig und gelassen. Ich finde es immer sehr schön, wenn wir uns Zeit nehmen, Missverständnisse auszugleichen. Plötzlich begann die Matratze zu schaukeln. Hin und Her. Wie das Wiegen eines Kinderbettes. Sanft. Dann noch einmal. Hin und Her. „Spürst du das“, sagte Henry. „Die Erde bebt.“ Wieder. Hin und Her. „Lass uns rausgehen“, sagte ich und wunderte mich, das Henry so ruhig blieb, er hat eben schon mehrere Beben erlebt.

Ich stolperte über den schaukelnden Boden, beim laufen war das Beben kaum spürbar, da der Körper selbst ja auch schaukelt und doch ist es ein seltsames Gefühl, wie auf einem Schiff auf dem Meer. Ich sah das Wasser in unserem Trinkwassertank schaukeln, es blubberte, er kippte fast um.

Als ich draußen ankam starrte ich auf unser großes Wasserbecken. Als wäre es da Wasserglas eines Riesen, der im Schaukelstuhl sitzt. Das Wasser Schwappte vorne links über, dann hinten rechts. Schwapp. Schwapp. In meinem Kopf begann sich alles zu drehen – oder vielleicht sag ich lieber, zu schaukeln.

Aufgeregt suchte ich die Kamera, wollte ja ein Beweisfoto festhalten. Zwei wurden es – siehe letzten Eintrag. Ich musste mich auf den Boden setzen um rauszufinden, ob es aufgehört hat. Henry schaltete das Radio ein. In ganz Nicaragua war das Beben stark zu spüren, das Zentrum mit 7.9 auf der Richterskala im Norden Costa Ricas. Zum Glück wurden nur wenige Gebäude zerstört, zumindest nach Info des Senders. Dieses Beben fühlte sich stark aus der Tiefe an, ein langsames, gemächliches Schaukeln, nicht wie das Rütteln des kleinen Bebens, das wir vor ein paar Wochen direkt hier hatten. Damals hatte ich die Bewegung im Dach gehört und ein Vibrieren gespürt. Ehrlich gesagt ist mir Schaukeln lieber. Wären unser Häuser standfester und die Stromleitungen, unsere Autos, die Straßen und so, wäre es nicht so gefährlich für uns, ich hätte nichts dagegen, so ein Erdschaukeln öfters zu erleben.

Bis dahin tanze ich weiter im Schaukelstuhl. Wie jeden Tag.

Unsere Neue Seite: www.oecofincalatuani.com

Vor fast einem Jahr sind wir nach Nicaragua gekommen um Samen zu säen. Viele dieser Samen sind aufgekeimt und wachsen nun langsam zu Pflanzen heran. So auch unsere Oecofinca „La Tuani“. Ich habe ein wichtiges Ziel auf meinem Weg erreicht. Aus Träumen und Wünschen, Suchen und Finden ist Realität geworden. Ich bin in die Oecofinca „La Tuani“ eingezogen, verspreche ihr, meinen Alltag mit ihr zu verbringen. Als Dank, so nehme ich ihr das Versprechen ab, will sie mich, meine Familie, unsere Mitarbeiter und Gäste ernähren und schützen. Ob wir beide unser Versprechen halten und was sich daraus entwickelt erfahrt ihr ab heute auf unserer neuen Webseite:

www.oecofincalatuani.com

Wer hat Lust, ein Logo für unsere neue Webseite zu basteln?

Wir bauen gerade an einer neuen Webseite für die Oecofinca. Dafür brauchen wir noch ein Logo mit der Größe 900 x 100 pixel.

Darin soll der Name „Oecofinca La Tuani“ vorkommen, vielleicht im Stil der alten nicaraguanischen Petroglyphen, begleitet von einem Kolibri wäre super!

Die Hintergrundfarbe ist e7cba6.

Wenn du  Ideen dazu hast und Lust, ein Logo zu basteln, schreib mir doch an martina.floerchinger(ät)web.de

Hier ein paar Inspirationen:

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