Unsere Neue Seite: www.oecofincalatuani.com

Vor fast einem Jahr sind wir nach Nicaragua gekommen um Samen zu säen. Viele dieser Samen sind aufgekeimt und wachsen nun langsam zu Pflanzen heran. So auch unsere Oecofinca “La Tuani”. Ich habe ein wichtiges Ziel auf meinem Weg erreicht. Aus Träumen und Wünschen, Suchen und Finden ist Realität geworden. Ich bin in die Oecofinca “La Tuani” eingezogen, verspreche ihr, meinen Alltag mit ihr zu verbringen. Als Dank, so nehme ich ihr das Versprechen ab, will sie mich, meine Familie, unsere Mitarbeiter und Gäste ernähren und schützen. Ob wir beide unser Versprechen halten und was sich daraus entwickelt erfahrt ihr ab heute auf unserer neuen Webseite:

www.oecofincalatuani.com

Wer hat Lust, ein Logo für unsere neue Webseite zu basteln?

Wir bauen gerade an einer neuen Webseite für die Oecofinca. Dafür brauchen wir noch ein Logo mit der Größe 900 x 100 pixel.

Darin soll der Name “Oecofinca La Tuani” vorkommen, vielleicht im Stil der alten nicaraguanischen Petroglyphen, begleitet von einem Kolibri wäre super!

Die Hintergrundfarbe ist e7cba6.

Wenn du  Ideen dazu hast und Lust, ein Logo zu basteln, schreib mir doch an martina.floerchinger(ät)web.de

Hier ein paar Inspirationen:

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Einmal Paradies und zurück

Lucia Hügle berichtet über ihr Praktikum auf der Oecofinca

Um gleich am Anfang klarzustellen: Mein Wissen in Sachen Vegetation/Flora-Fauna des tropischen Regenwalds ist wirklich übersichtlich. Bis ich das Praktikum auf der Oecofinca „La Tuani“ bei Henry und Martina machen durfte. Ohne jegliche Erwartungen und mit nichts mehr als viel Neugier auf das Kommende im Gepäck verbrachte ich eine Woche dort, wo man sich dem „wahren Nicaragua“ wohl am nächsten fühlt. Falls es so einen Ort überhaupt gibt.

 

Ankunft.

Mit dem Bus sind wir bis nach Niquinohomo gefahren. Allein auf dem Wanderweg bis zur Finca in der Gemeinde „El Pochote“ konnten Henry und Martina mir mit Erklärungen und Beschreibungen der verschiedensten Bäume/Sträucher am Wegrand die Vielfalt dieser Region verdeutlichen. Die wohl beste Methode, ein Praktikum beginnen zu lassen.

Der Lebensrhythmus verläuft hier anders. Wenn es ab 18:00 Uhr dunkel wird, gibt es nicht mehr viel zu tun außer zu Essen und über den vergangenen Tag reden. Deshalb ist es eben auch keine Seltenheit, dass nach 20:00 Uhr geschlafen wird, um den Morgen danach wieder gut auszunützen. So auch am zweiten Tag auf der Finca, nachdem mir erklärt wurde auf was man alles beim Rosen-Schneiden achten muss und wir uns mit Luis auf einen Rundgang durch das weitläufige Finca-Gebiet aufmachten.

Wie soll der kommende „Fruchtweg“ für Besucher aussehen und welche Bäume/Sträucher sind nützlich hierfür? Ein echtes Luxusproblem, an der riesigen Auswahl die es dort gibt die Favoriten herauszupicken. Mit dem Wissen von Henry, Luis und Martina war mein Protokollblatt innerhalb einer halben Stunde voll mit Infos und den verschiedensten Baum-/Fruchtarten: Vom Jikaro, aus dem Schüsseln gemacht werden können, über die Nationalblume Flor de Mayo bis hin zu Jiñocuabo, auch nackter Indianer genannt. Und das ist noch lange nicht alles… Jamaica. Mango. Maracuja. Aguacate. Um nur ein paar weitere zu nennen.

Wie schon erwähnt, bin ich eher mit bescheidenen Wissen über das Leben auf einer Finca gesegnet. Einer der Gründe, wieso auch das Schneiden von Fruchtbäumen und Züchten von Rosen absolutes Neuland für mich war. Wer konnte auch ahnen, dass so ein ausgeklügeltes System hinter all dem steckt? Und dass das Züchten von Rosen so viel Spass machen kann? Unter anderem haben wir uns an einem Injerto (=Veredelung) versucht, indem zwei verschiedene Rosenarten mit einer speziellen Technik zuerst mit einer Folie zusammengefügt werden und im besten Falle von alleine sich verbinden.


Die Vision der Beiden ist, eine Art „Fruchttour“ für Besucher anzubieten, wobei gemeinsam Früchte auf der Finca gesammelt und dann zu einem Cocktail gemixt werden. Eine Idee die sich langsam entwickelt. Während meines Praktikums beispielsweise haben wir die ersten beiden „Prototypen“ hergestellt, ein Cocktail aus Bananen, Kaffee sowie süße Zitronen. Der Andere besteht aus Chia (eine Art aztekischer Salbeisamen), Limonen und Achiote (Samen des Annattostrauches). Den Entwicklungsprozess dieses Projektes so live mitzuerleben ist spannend und fasziniert. Im Prinzip hat man alle Möglichkeiten und es sind einem keine Grenzen gesetzt. Nur all die Ideen danach in die Tat umzusetzen, ist wohl das Schwierigste an der ganzen Sache.

Das war noch längst nicht alles: Ernten von Orangen und Limonen; Affen beobachten mit garantiertem Wildlife-Feeling; Den Gegensatz der Ruheoase Finca und dem bunten Treiben auf dem Markt in Masaya erfahren; Einen Mini-Gallo-Pinto-Kochkurs; Sowie beim Auflesen und Tragen von Platanos (Kochbananen) ein Gefühl dafür bekommen, wie schwer die Arbeit auf einer Finca auch sein kann. Und natürlich noch viel mehr. Kleine alltägliche Dinge und Situationen, die aber gerade auf der Oecofinca in ihrer Wertigkeit steigen, so mein Gefühl.

Im Verlauf dieser Woche habe ich einen Einblick in das Leben von Henry und Martina bekommen dürfen und noch mehr Respekt: Vor der Vision der Beiden. Der Überzeugung mit der Sie Dinge angehen. Dem Wissen das Sie besitzen. Und dem Herzblut das Sie in ihr Projekt reinstecken. Trotz all den Hindernissen, Unsicherheiten und kleinen Problemen die es gibt: Ich bin mir sicher dass Henry und Martina ihren Weg gehen werden und wünsche Ihnen dabei nur das Beste!

Vieles ist hier in Nicaragua unsicher. Aber einer Sache bin ich mir sicher: Dies war ganz bestimmt nicht mein letzter Besuch auf der Oecofinca „La Tuani“. Allein schon deshalb, um zu sehen wie es meinem Injerto ergeht. Deshalb ist in der Überschrift auch ein kleiner Fehler versteckt. Zurück bin ich noch lange nicht. Nicht aus diesem wunderschönen Land, das einen gefangen hält in seinem Bann und nicht mehr loslässt.

La Gritería – Das Gejohle

Am Dienstag kamen wir mit einer eine Pickupladung voller Blumen in das Haus von Henrys Mutter in der Stadt Diriamba. Dieses wurde in den letzten Wochen bereits geputzt, frisch gestrichen und hübsch gemacht. Mit den Blumen, Palmwedeln und Blättern der Finca haben wir einen großen Marienaltar geschmückt.

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Am Abend des 7. Dezember, Vorabend des Feiertags “Concepción de Maria – Mariä Empfängnis” kamen Kinder aus der ganzen Stadt und sangen für die Jungfrau Maria. Selbstkritisch nennen sie es gritar – johlen, denn von singen kann man zeitweise wirklich nicht sprechen. Beim Hinausgehen bekamen sie ein Geschenk: Holzspielzeug, Süßigkeiten, Schüsseln, Seife, Streichhölzer, was man so braucht. Die ganze Familie hat beigesteuert und Spielzeug gespendet. In der ganzen Stadt waren solche Altäre aufgestellt. Begleitet von einem wahren Silvesterfeuerwerk wird um sechs Uhr das Haus geöffnet, und gerufen “Quien causa tanta alegría? La concepción de María”- “Wer erzeugt so viel Freude? Mariä Empfängnis”.
Diese Tradition besteht schon viele Jahre, jedoch nur in Nicaragua. Lucia hat mir gestern erzählt, dass sie unter anderem auf einen Vulkanausbruch in León zurückgeht, der durch Gebete an Maria besänftigt wurde.
Heute ist die Maria eine Hoffnungsträgerin für viele Frauen, die hier in Nicaragua nicht nur die Verantwortung für die Erziehung und Ernährung der Kinder haben, sondern noch den ganzen Haushalt schmeißen, Wäsche mit der Hand waschen, kochen und die geringen Einnahmen verwalten und oft noch für zusätzlichen Verdienst sorgen.
Mir sagte ein Leiter von einer Cooperative, dass die Frauen das bessere Management gestalten, was ich sehr an ihm schätze. Wenn also schon die Männer dies eingestehen, dann kann es nur wahr sein.

Wir haben 75 Moringabäume gepflanzt

Vor 6 Wochen habe ich auf der Oecofinca eine Baumschule mit 100 Moringasamen ausgesät, die so gut angegangen sind, das wir einen Großteil der Setzlinge gestern auspflanzen konnten. Jetzt können sie in den letzten Regenfällen anwachsen um die langsam einsetzenden Trockenzeit zu überstehen.

Auf einer Fläche unterhalb unseres Pavillions, die bisher frei war, haben wir sie auf 4 m Distanz gepflanzt. Dafür haben wir erst das Gras in der Pflanzregion mit der Machete gemäht, ein Erdloch gebohrt, die Pflanztüte um den Setzling entfernt und dieser vorsichtig eingesetzt und die Erde gut angedrückt. Um 6  Uhr haben wir drei angefangen, Henry, Luis und ich. Um 10 Uhr waren wir fertig, mit erdigen Händen und stolz auf den jungen Moringawald. Nun heisst es abwarten und Daumen drücken!

Wo die Elfen wohnen, aus der Nähe

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Wo die Elfen wohnen – Bilder der grünen Oecofinca

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Lebenskraft aus den Kleingärten der Welt – Der Halt in der globalen Krise

Für den Blogactionday

Nun bin ich seit zwei Wochen in Deutschland. Nach 6 Monaten Nicaragua habe ich doch einiges vermisst, doch hätte ich das vorher nicht sagen können, was genau es ist. Das Erste: Über lange Wald- und Feldwege streifen. Das zweite: Gute Schokolade. Das Dritte: Mit Freundinnen und Familie über die Gartenpflanzen und die Ernte sprechen.

Der enge Kontakt zu unseren Gartenpflanzen ist ein kultureller Schatz, den viele Deutsche beibehalten haben. Uns ist gar nicht bewusst, wie viel dies bedeutet.

Kartoffeln aus Kleingärten haben während der harten Nachkriegszeit das überleben vieler Familien gesichert. Auch für kommende Krisen – und da kann noch einiges kommen – sind unsere Kleingärten ein wunderbarer produktiver Schatz, der das Überleben sichern kann.

Unsere enge Beziehung zu Pflanzen gibt uns Halt.

Wie freue ich mich über die stolze Präsentation meiner Freundin des selbst gezogenen Kürbis, der eine sagenhafte Suppe ergab, über die Fülle auf dem Feigenbaum meiner Tante, über den liebevoll gepflegten Quittenbaum meines Vaters, dessen Früchte wir ernten durften. Das eigene Gemüse und Obst zu essen bringt Freude, macht ein bisschen Stolz und schmeckt ganz besonders. Wir wissen wo es herkommt und es ist überhaupt der beste Lohn für alle Gärtnermühen.

Hausgärtnern, Ökogärtnern, Großstadtgärtnern, Guerilla Gardening. Die Kleingärten der neuen grünen Welt blühen und gedeihen.

Und wie ist dies im globalen Süden? In Afrika, Lateinamerika, Asien? Für viele Landfamilien ist die Krisensituation zum Alltag geworden: Sie spüren, dass der enge Kontakt zu ihren Pflanzen unabhängig von Marktpreisen und Entwicklungshilfe ist. Der wahre Reichtum kommt aus der Natur und da haben sie die besseren Karten als wir im Norden: Tropische Natur ist ca. vier mal produktiver als Natur in weiten Teilen des Nordens. Sie leben im Paradies.

Wirklich arm ist die Stadtbevölkerung, die landlosen Bauern und Wanderarbeiter. Sie verlieren ein wichtiges kulturelles Gut, den Kontakt mit den Nahrungspflanzen. Angesteckt vom globalen Konsumwahn geben Jugendliche ihren Tageslohn lieber für das neuste Handymodel aus, als für eine gute Ernährung. Erstaunlich, doch das passiert im Süden genauso wie im Norden.

Das Handy gibt uns zwar Prestige, doch Kraft gibt es uns nicht. Unsere Lebenskraft ziehen wir aus den Pflanzen, die uns Nahrung sind. Ich bin sicher, dass das im Innersten jeder zu schätzen weiß.

Danke an alle Kleingärtner/innen der Welt!

PS: Gerade hüte ich ein Haus mit Hausgarten und Katzen von Frau Auerbach. Sie ist auf Recherchereise für den neuen Krimi von “Auerbach & Keller” mit der Haushüterin “Pippa Bolle”. Sie hat mir den Schrebergarten-Krimi, den ersten Teil der Krimiserie dagelassen: “Unter allen Beeten ist Ruh“. Herzallerliebst!

Von Morgenkaffee, Mittagshitze und Abendzirpen

Ein ganz “normaler” Tag auf der Oecofinca

Um halb sechs winselt die Hündin Alice, läuft herum und fängt dann an, am Mosquitonetz hochzuspringen. Bevor sie es zerkratzen kann schäle ich mich aus dem für mich fast zu kleinen Bett, ziehe meine Jeans und Wanderschuhe an und öffne die Baumstamm-Türverriegelung. Alice flitzt raus und auch ich geh schnell auf unser Plumpsklo. Dann laufe ich mit ihr durch den Morgentau zum Aussichtshaus und durch den Garten. Ich setze mich auf die Bank unter dem großen Nanciste-Baum.

Wassertropfen-Kino in der Morgensonne. Alice steigt auf meinen Schoß und schläft noch mal weiter. Colibris schwirren um die Bananenstauden. Ich atme die kühle Luft ein, stärke mich für den Tag und geh zurück zum Haus. Wie automatisch setze ich den Wassertopf auf den Gasherd und koche Kaffee, backe kleine Mais-Tortillas, decke unseren improvisierten Terrassentisch und stelle die Schaukelstühle raus. Während wir schaukeln und schlürfen rufen uns die Nachbarkinder zu, die gerade zur Schule gehen “Hallo Frau Martina, Hallo Herr Henry”.

Ich stelle Eimer mit Duschwasser zum aufwärmen in die Sonne, wasche unsere Wäsche auf dem Steinwaschbrett und hänge sie in der Sonne auf. Unser Mitarbeiter Luis kommt vorbei und bespricht mit uns die Dinge des Tages. Die frühen kühlen Morgenstunden nutzen wir um Pflanztüten für die Baumschule zu füllen, das Gras um die Obstbäume mit der Machete zu mähen und Erde für die Gemüsebeete zu schaufeln. Dann ziehen wir los und sammeln reife Zitronen und Avocados. Alice hat einen Riesenspass, die Hügel runterzurollen.

 

 

Wenn um halb elf die Mittagshitze beginnt, macht mein Körper nicht mehr mit. Wir kochen uns Reis und Bohnen und essen sie mit Kochbananen, Tomatenrührei und Guacamole. Auf der schattigen Terrasse dösen wir vor uns hin. Sobald es kühler wird habe ich wieder Kraft. Wir schaufeln den alten Komposthaufen um und gegen Abend säen wir Baumsamen und Rosenstecklinge in die Pflanztüten. Um halb sechs, bevor die Sonne untergeht beginne ich, Reis und Bohnen in der Pfanne anzubraten: Das nicaraguanische Nationalgericht Gallo Pinto – Bunter Hahn, was mit Mais-Tortillas und Sauerrahm gegessen wird.

Nach Sonnenuntergang trinken wir Fresco – Frisch gepressten Fruchtsaft und besprechen die nächsten Schritte auf der Oecofinca. Alice schläft auf meinem Schoß ein. Gegen halb neun räumen wir die Möbel ins Haus wickeln uns wieder in das Mosquitonetz. Mit Grillengesang, abgewechselt von Hundegebell und den Gesprächen der Nachbarn schlafen wir ein.

Eine handvoll Katze

Auf der Strasse habe ich ein kleines grauses Wollknäul gefunden, das einfach niemand haben wollte. Ich konnte nicht anders. Habe sie mitgenommen, gebadet und gefüttert. Jetzt haben wir eine Miniatur-Katze im Haus und ich bin sehr glücklich. Wir nennen sie Maria Desamparada (Maria, mutterseelenallein) nach einer mexikanischen Seifenoper, die hier läuft. Mich fragen hier alle, was mein nächstes Tier sein wird? Ein kleines Pferd. Bestimmt.

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